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CUP-KRIMI MIT K03-HAPPY END IN DER DÖRLIMATT

Am Mittwoch 15. Mai wurde in der Dörlimatthalle seit langem wieder mal Cup gespielt. Nachdem wir nun einige Jahre nicht mehr am Cupwettbewerb teilgenommen hatten haben wir uns dieses Jahr entschieden, gleich bei beidem (Grossfeld und Kleinfeld) dabei zu sein.

Auf welchem Feld wir uns vergangenen Mittwoch aufhielten könnt ihr hoffentlich anhand des Austragungsortes erahnen 🙂

Es versprach schon im Vorfeld eine interessante Partie zu werden, denn unser Gegner RHC Untersiggenthal spielt ebenfalls 4. Liga Kleinfeld und wurde in der vergangenen Saison Zweiter in seiner Gruppe. Mit quasi endloser Manpower starteten wir hochmotiviert in dieses Spiel. Ganze vier Blöcke, davon der eine ein Viererblock, konnte ich zusammenstellen, was ehrlich gesagt schon mal eine erste Herausforderung war. Doch das schien eigentlich ganz gut zu klappen und wir starteten solid ins erste Drittel. Dennoch waren es unsere Gäste, welche das Score eröffneten und in Führung gingen. Diese währte aber nur ganze vier Sekunden, ehe unser Jonas einen Freistoss direkt vor dem gegnerischen Tor frech durch die Mauer ballerte und für uns ausglich. Wer sich nun fragt, wie das mit den vier Sekunden möglich ist: Im Cup werden 3 x 20 Minuten effektive Spielzeit gespielt, bei jedem Unterbruch wird also die Zeit angehalten. Nachdem wir dann wenig später innerhalb von knapp 20 Sekunden einen Doppelschlag landen konnten war der Torhunger definitiv geweckt und unser Gegner schien mit unserem Tempo etwas überfordert. So ging diese torreiche Partie munter weiter und wir konnten bis zum ersten Spielunterbruch eine relativ komfortable 10:5 Führung erspielen. So war die Stimmung dann bei der Pausen-Besprechung super, aber wir waren uns alle auch bewusst, dass dies bisher zu einfach ging. Da musste mehr kommen vom Gegner, und das Spiel ging ja noch ewig …

Das zweite Drittel startete von Anfang an ausgeglichener und unser Gegner aus Untersiggenthal erhöhte ein wenig den Druck auf uns. Sie kamen etwas offensiver und störten uns früher beim Spielaufbau, was uns zu einigen Fehlern verleitete. So waren es denn auch sie, welche den ersten Treffer im zweiten Drittel schossen. Zwar konnten wir bald darauf reagieren, die Sache war aber viel ausgeglichener wie zuvor und wir kamen nicht mehr so einfach in gute Abschlusspositionen, eher könnte man von einem leichten Chancenplus ihrerseits sprechen. Dazu kam, dass wir uns mit eher doofen Strafen zusätzlich schwächten, und sie wussten ihr Überzahlspiel auszunutzen. Ja man könnte sagen, dass wir nervös wurden … So endete das zweite Drittel 3:4 aus unserer Sicht und unser komfortabler 5-Torevorsprung nahm um einen Zähler ab.

In unserer Pausenrunde war das Ganze nun nicht mehr so euphorisch und der Mahnfinger wurde gehoben. Wenn es unserem Gegner gleich zu Beginn des letzten Drittels gelingen sollte, ein Tor zu schiessen, wären sie wieder voll im Spiel drin und hätten zudem das berühmte Momentum auf ihrer Seite.

So starteten wir hochkonzentriert in das letzte Drittel und versuchten, defensiv diszipliniert und solide zu spielen, damit genau das angesprochene Szenario nicht eintrifft. Das gelang uns recht gut und im Gegenzug waren es dann wir, welche nach rund drei Minuten die Führung erneut ausbauen konnten. Das sollte doch etwas Beruhigung und Selbstvertrauen bringen …. Könnte man meinen, doch unser Jubel klang noch nach schon schepperte es wieder in unserem Kasten. Der Druck auf uns nahm stetig zu und es wurde zur Seltenheit, dass wir vor dem gegnerischen Tor aufkreuzten. Umso grösser war die Freude, als wir relativ unverhofft zum erneuten Torerfolg zum zwischenzeitlichen 15:10 kamen. Das war wiedermal so eine wichtige Einzelaktion unseres Captains Fink, ja ihr wisst schon, nach rechts aussen gezogen und dann der verdeckte Schuss ins Kreuz!

Aber was danach kam haben wir uns nicht in unseren bösesten Gedanken vorgestellt. Ab der 50. Minute erhöhte unser Gegner den Druck so dermassen, dass wir uns nur noch mit Händen und Füssen wehren konnten. Spielerische Mittel waren für uns keine Option mehr und wir waren fast nur noch mit Verteidigen beschäftigt. Das hatte zur Folge, dass wir Fehler um Fehler und dadurch auch Strafen produzierten. Wir waren komplett von der Rolle und der Gegner überrumpelte uns ein ums andere Mal. Und sie nutzten ihre Chancen aus, unser Vorsprung schrumpfte mehr und mehr. So stand es zwei Minuten vor Schluss 16:15, das müsste doch zu schaffen sein. Doch wir waren so dermassen verunsichert, dass auch dies nicht klappen sollte. Wir präsentierten dem Gegner den Ausgleich quasi auf dem Silbertablett, und sie nahmen dankend an. So stand es nun also 16:16 und es war noch etwas mehr als eine Minute zu spielen. Wir suchten vorsichtig den Weg nach vorne, um dieses Ding noch in der regulären Spielzeit zu entscheiden, ohne dabei aber hinten zu weit aufzureissen. Es gelang uns dann zwar nicht mehr, vor Ende des Drittels das entscheidende Tor zu schiessen. Durch den Druck, den wir dem Gegner aufsetzten, konnten wir aber ein paar Sekunden vor Schluss eine Strafe des Gegners provozieren und durften so also mit einem Mann mehr auf dem Feld in die erstmalige Overtime der Klubgeschichte (zumindest bin ich der Meinung, dass es die erste ist) starten.

Nach einer kurzen Unterbrechung ging es dann auch schon weiter und unsere nummerische Überlegenheit machte sich auf dem Feld gleich bemerkbar. Unser Powerplay konnte sich sofort in der gegnerischen Hälfte installieren und brachte Gefahr auf das gegnerische Tor. Noch nie habe ich so sehr gehofft, dass ich als Spieler der zweiten Powerplay-Formation nicht mehr zum Einsatz kommen würde. Das schien sich unser Colin zu Herzen genommen zu haben. Seine ersten beiden Abschlüsse segelten aber leider beide etwas zu hoch über den Kasten, beim anschliessenden Bully konnte der Ball durch konsequentes Doppeln aber immer gleich wiedergewonnen werden. Und wie heisst es so schön: «Aller guten Dinge sind drei». Sagte sich nun wohl auch Colin und zimmerte seinen dritten Abschluss in Überzahl unhaltbar unter die Latte!! Jetzt gabs kein Halten mehr, wir jubelten lauthals und stürmten auf das Feld um den ersten Cupspielsieg seit einigen Jahren frenetisch zu feiern.

Was war ich froh, dass ausgerechnet Colin, der untypischerweise durch einen dummen Ballverlust beim eigenen Tor den Ausgleich verschuldete, dieses wahnsinnige Spiel doch noch zu unseren Gunsten entscheiden konnte.

So dürfen wir also dann in der zweiten Junihälfte nochmals ran und sind gespannt, gegen wen wir wohl im 1/64-Final spielen werden. Wir freuen uns schon jetzt auf diese Herausforderung und hoffen, dass wir auch dort wieder das nötige Quäntchen Glück und fantastisch aufspielende Torhüter haben werden!

Ich bedanke mich bei Pepe und Virgil für die souveräne Führung des Spielsekretariats und bei allen Fans, die an diesem Mittwochabend den Weg in die Dörlimatthalle gefunden und uns nervenflatternd unterstützt haben! Das hat wirklich Spass gemacht 🙂

Last but not least geht ein grosser Dank an unsere Cup-Mannschaft. Jeder einzelne hat vollen Einsatz gegeben, jede Sekunde, die er auf dem Feld stand. Die Entscheide von Fink und mir während des Spiels wurden unterstützt und es gab nie Verwirrung und Unruhe auf unserer Bank.

Mir hat es wahnsinnig Spass gemacht und ich freue mich schon jetzt auf das nächste Cupspiel!