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HERREN 1 – VIER PUNKTE, ZWEI PREMIEREN UND EINE BEGLICHENE RECHNUNG

Am Sonntag 16. Dezember fand in der Tannenbrunn-Halle in Sissach die fünfte Meisterschaftsrunde statt und lancierte auch gleich die Rückrunde. Wir befinden uns also ziemlich genau in der Hälfte der Saison. An diesem Ort, wo den meisten unserer Spieler viele Erinnerungen an ihre Schulzeit hochkommen, hiessen unsere Gegner UHC Trimbach und SC Oensingen Lions. Zugegeben sind bei den einen die Erinnerungen an die Zeit in dieser Halle noch ein wenig frischer als bei anderen, doch eine unserer Hauptfiguren sollte jener Spieler sein, welcher am tiefsten in der Kiste grübeln musste.

Die Vorbereitung auf die Spiele gestaltete sich einmal mehr nicht ganz einfach. Denn zur selben Zeit fand am anderen Hallenende die Junioren A Runde statt, wo Colin und Rafi als Coach engagiert waren. Auch unser Torhüter Jonas stiess erst spät zu uns, da er mit seinen Junioren D ebenfalls noch unterwegs war. Doch so gelassen unsere Mannschaft in letzter Zeit drauf ist, kümmerte dies irgendwie keinen und wir sahen dem ersten Spiel seelenruhig entgegen. Nach einer lockeren Runde auf der roten Bahn und einem kurzen einschiessen ging’s dann auch schon los.

Wir konnten das Spiel schon von Beginn weg an uns nehmen und kreierten erste Chancen, nutzten diese aber nicht. Und wie so oft war es dann der Gegner, der das erste Tor schiessen konnte. Davon aber ziemlich unbeeindruckt spielten wir munter weiter und suchten den Abschluss. Vor allem unsere erste Linie mit Fink, Rafi und Cedi schaffte es immer wieder, für Gefahr vor dem gegnerischen Tor zu sorgen und so ging es nicht lange bis auch wir das Score eröffnen konnten. Ich habe zu Beginn eine Hauptfigur angesprochen, gemeint damit war unser Captain Fink. Er, der vor dem Spiel zu mir kam und sagte, er würde das erste Mal mit Kontaktlinsen spielen und wisse noch nicht so genau, wie gut das funktioniert, drehte in diesem Spiel so was von auf und schien eigentlich unhaltbar. So eine Mischung zwischen «Meine Fresse, was hat der zum Frühstück gegessen» und «wieso spielt der eigentlich nicht schon lange mit Kontaktlinsen!!???» machte sich auf unserer Spielerbank breit. Und Fink traf und traf.

So ging es mit einem komfortablen 6:2 in die Pause und wir waren uns sicher, dass in der zweiten Halbzeit eine Reaktion der Trimbacher zu erwarten war. Diese Vermutung traf wohl ein, doch beschränkte sie sich hauptsächlich auf eine ruppigere Spielweise, was uns schon bald zwei Minuten in Überzahl ermöglichte. Da stand er wieder auf dem Feld dieser Fink. Als Ballführender die Möglichkeit, auf beide Seiten abzuspielen. Doch wenn der Gegner in der Mitte offen lässt, wieso nicht einfach zwischendurchschiessen und den Ball unter die Latte zimmern? Ja wieso nicht, dachte er sich wohl auch und tat dies. Es war aber nicht nur er, der Tore schiessen konnte, und so bauten wir unsere Führung weiter aus. Dass aber ausgerechnet er das «Stängeli» komplett machte wundert nicht allzu sehr und wir durften am Montag nach dem Training zusammen darauf anstossen.

Das Spiel war inzwischen aber ziemlich ruppig geworden und der Schiedsrichter, der sehr streng aber gut pfiff, hatte einiges zu tun. Nachdem dann Colin zum x-ten Mal in die Bande krachte und sich zu einem Ausruf verlocken liess (in dem er leider auch eine 5-Minuten-Strafe forderte) war es dem Unparteiischen dann zu bunt geworden und schickte diesen für 10 + 2 Minuten auf die Strafbank. Da der Gegner aber auch eine kleine Strafe erhielt führte dies zu keiner Unterzahl sondern nur zu einem 2 gegen 2 und dem frühzeitigen Ende des Spiels für Colin. Das Spiel war gelaufen, aber noch nicht vorbei! Denn einer unserer Spieler sagte vor dem Spiel zu Elia «I spührs! Hütt schiessisch du dis erschte Gool!». Diese Prophezeiung galt es also noch in die Wirklichkeit einzulösen und nach einem schnell ausgeführten Freistoss aus der eigenen Platzhälfte über den rechten Flügel kam der Querpass vors Tor, wo Elia goldrichtig stand und das Ding einnetzte. Der Jubel war riesig in unserem Team, obwohl dies das 12:3 war. Da war es also, das allererste Meisterschaftstor von Elia und wer Blut leckt, will bekanntlich mehr. Nur kurze Zeit nach seinem ersten Tor war es wiederum er, der eine freundliche Einladung des Gegners vor deren Kasten dankend annahm und den Ball unhaltbar unter die Latte versorgte.

Kurze Zeit später war das Spiel zu Ende und wir durften schon wieder mit einem 13:3 Sieg vom Platz gehen.

Während sich die meisten für ein Spiel ausruhen konnten rannten Colin und Rafi gleich wieder zum anderen Feld, um dort ihr Junioren A Team zu coachen. Das Duell hiess auch dort FBC Känerkinden 03 gegen den UHC Trimbach. Das Resultat fiel nicht ganz so hoch aus, aber mit einem 9:4 für unsere Youngsters doch auch eine klare Sache.

Das Spiel der Junioren A war kaum vorbei, ging es auf der anderen Seite bei uns wieder weiter. Nebst den beiden Coaches Colin und Rafi stiessen nun auch noch die beiden Junioren Sam und Janic zu uns, welche ihre Dosis Unihockey an diesem Sonntag noch erhöhen wollten. Wir waren um die Unterstützung ja noch so froh und konnten gegen die Löwen aus Oensingen mit drei kompletten Linien antreten. Diese sind in der Tabelle auf dem letzten Rang zu finden, doch von den wenigen Punkten, welche sie auf ihrem Konto haben, haben sie zwei bei uns geholt. Wir hatten also noch eine Rechnung offen und wussten, dass wir den Gegner auf keinen Fall unterschätzen durften. Unsere Vorsicht sollte nicht vergebens gewesen sein, denn es war von Beginn weg ein ausgeglichenes Spiel mit Chancen auf beiden Seiten. Vor allem läuferisch forderten sie uns mehr, als unser letzter Gegner. Es dauerte dann auch eine Weile, bis wir das erste Tor schiessen und in Führung gehen konnten. Doch die Antwort folgte schon bald. Dass wir mit einem 3:2 in die Pause gehen konnten verdanken wir unserem Junior Janic, welcher nach einem Flügellauf den Ball mit einem tollen gezogenen Schuss unhaltbar unter die Latte zimmerte. Auch für ihn war es das erste Tor in einem Herrenspiel und er feierte dies spektakulär mit einer kleinen Salto-Show, so wie es diese guten Fussballspieler im Fernsehen eben auch machen.

In der Pause gab es nicht zu viel zu sagen, ausser dass wir den gegnerischen Spieler mit der Nummer 8 noch mehr aus dem Spiel nehmen sollten, denn von ihm ging die grösste Gefahr aus. Er schaffte es immer wieder, für Gefahr zu sorgen. Das Spiel hätte bis zur Pause gut auch unentschieden sein können oder gar zu ihren Gunsten, doch unser Torhüter Jonas war ein sicherer Wert und bügelte den einen oder anderen Fehler wieder aus.

In der zweiten Halbzeit merkte man dann aber schon bald, dass wir entschlossener waren, dieses Spiel zu gewinnen und wir konnten das umsetzen, was wir in der Pause diskutiert hatten. Wir konnten das Spiel nun gestalten und gewährten unserem Gegner nicht mehr viel. Und so war es uns möglich, die Führung langsam auszubauen. Leider schafften wir es aber auch in diesem Spiel nicht, ohne Strafe durchzukommen. Dafür verantwortlich war ich höchstpersönlich infolge eines Wechselfehlers, bei dem ich nicht nur zu früh, sondern auch noch auf allen Vieren auf dem Feld landete. Ich entschuldige mich an dieser Stelle in aller Form bei unseren vielen Fans für die Worte, welche mir auf dem Weg zur Strafbank entglitten. Ja das passte sehr gut zu meinem bisherigen Unihockey-Tag, denn es war nicht das erste Mal, dass ich ohne Fremdeinwirkung am Boden landete. Doch eigentlich hätte es keinen Grund zur Aufregung gegeben, denn das daraus resultierende Tor fiel nicht auf unserer Seite. Colin konnte sich mit grossem Einsatz irgendwie vor das gegnerische Tor kämpfen und schob den Ball zum Shorthander ein. Was sollte da noch schief gehen? Eigentlich nichts, so konnten wir am Ende relativ unbeschwert den 7:2 Sieg nach Hause bringen. Ich klage nun auf hohem Niveau wenn ich schreibe, dass er noch höher ausfallen hätte können. Doch ich darf das, denn auch hier war es meine eigene Verantwortung, dass es «nur» beim 7:2 blieb. Sei es ein perfekter Assist von Goalie Jonas durch die Mitte, welcher mir das Duell gegen den gegnerischen Goalie ermöglichte, oder ein Querpass erster Sahne vor das offene gegnerische Tor – die Kugel wollte einfach nicht rein. Es war zum im Boden versinken. Doch all das lässt sich viel besser verkraften, wenn der Rest des Teams einen super Tag einzieht und uns so zwei Siege bescherte.

Ich danke meinen Teamkollegen für einen super Sonntagnachmittag mit tollem Unihockey und unseren vielen Fans für die grossartige Unterstützung! Es hat trotzdem Spass gemacht!!! 🙂