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HERREN I – EINE ZIEMLICH VERKORKSTE HEIMRUNDE

Vergangenen Sonntag durften wir vom Herren 1 unsere Heimrunde spielen und haben uns nach einer sehenswerten Hinrunde dafür viel vorgenommen. Das Resultat war dann aber sehr ernüchternd.

Doch rollen wir diesen Spieltag von vorne auf und beginnen um 07:45 Uhr in der Früh, als wir uns alle in der Dörlimatthalle versammelten und aus der k03-Kaffeemaschine den Morgenkaffee geniessen konnten. Das ist schon was Spezielles, das gibt einem so ein Zuhause-Gefühl – Heimrunde eben. Es waren fast alle pünktlich, und alle waren mehr oder weniger fit für die Spiele, was bei den Ausgangsmöglichkeiten dieses Samstagabends eine beachtliche Leistung ist und ich meiner Mannschaft hoch anrechne. Zur gleichen Zeit mussten wir nämlich erleben, wie dies bei anderen Mannschaften überhaupt nicht klappte (nein, es ist nicht unser Gegner gemeint).

Im ersten Spiel durften wir mit Sam Eglin und Janic Geissmann auf die Unterstützung von zwei A Junioren zählen und verfügten so über ganze zehn Feldspieler. Reichlich Power also, um gegen unseren ersten Gegner TV Wild Dogs Sissach II, den Tabellenzweiten, ordentlich Dampf zu machen.

Rein ins Spiel wurden wir von unserem Resident-Speaker Amme angefeuert und waren mit den Köpfen gerade rechtzeitig für das Spiel bereit. Schon bald zeichnete sich ab, dass dies ein ausgeglichenes und umkämpftes Spiel werden würde. Dazu kam, dass die Sissacher nach dem knapp verlorenen Hinrundenspiel noch eine Rechnung mit uns offen hatten. Die Sissacher hatten mehr vom Spiel und vor allem in der Offensive die höhere Durchschlagskraft. Vor allem ihre Nummer 22 war mit seinen schnellen Richtungswechseln und seiner wahnsinnigen Reichweite mit dem Stock nur schwer in Schach zu halten. Das erforderte jedes Mal einen riesen Effort und so war es wenig verwunderlich, dass er es war, der uns schon bald das erste Gegentor bescherte. Aber auch wir kamen zu unseren Chancen, aber da war irgendwas, das uns blockierte. Nein ich meine nicht nur den Sissacher Torhüter, welcher seinen Kasten hervorragend verteidigte. Unsere Schüsse verfehlten sehr oft das Ziel, blieben an einem Gegner hängen oder wurden schon bei der Abgabe vertendelt. Sichere Torgaranten wie unser Colin schienen irgendwie nervös zu sein, auch das ist Heimrunde… Wie ein altes Sprichwort sagt: «Wer sie vorne nicht macht, bekommt sie hinten». Gemeint damit sind natürlich Tore und so war es wiederum ihre Nummer 22, welche sein Team mit 2:0 in Führung bringen konnte. Schon bald war Pause und wer oft Sport schaut der weiss, dass es wichtig ist, noch vor der Pause ein Zeichen zu setzen. Dies gelang uns auch mittels Freistoss, welcher von unserem Youngsters-Block hervorragend versenkt wurde. So ging es also mit einem 1:2 Rückstand in die Pause und wir zogen unser Fazit.

Wir waren uns einig, dass wir im grossen Ganzen gut spielten, doch ihre Abschlüsse mussten noch mehr unterbunden werden. Denn wir waren uns auch bewusst, dass wir ohne unseren super Rückhalt Jonas im Tor und einigen verzogenen Schüssen unseres Gegners relativ gut bedient waren. Die Produktion in der Offensive musste unbedingt gesteigert werden, einfachere Mittel sollten zum Zug kommen. Doch das ist einfacher gesagt als getan, gegen einen solch gut organisierten Gegner.

So starteten wir alle top motiviert in die zweite Hälfte des Spiels, fest davon überzeugt, hier die Wende zu erzwingen. Doch dieses Unterfangen erhielt schon bald einen Dämpfer. Es gelang uns einmal mehr nicht, einen Abschluss aus bester Position zu verhindern und so konnten die Sissacher den Vorsprung auf 3:1 erhöhen. Das Gute daran war, dass noch viel Zeit übrig blieb. Wir blieben ruhig und liessen uns durch diesen Gegentreffer nicht ins Boxhorn jagen. Als erstes mussten weitere Gegentreffer verhindert werden, vorne würde es dann schon klappen, denn auch wir hatten wiederum unsere Chancen. Doch es war zum Verzweifeln, entweder wir waren nicht im Stande unsere Schüsse aufs Tor zu bringen oder ihr Torhüter machte die Chancen zu Nichte. So sahen wir uns gezwungen, kurz nach Anbruch der effektiven Spielzeit unser Timeout zu nehmen. Wir nahmen den Torhüter raus und zogen ein 4:3 auf. Das sah ganz gut aus und wir konnten die Sissacher unter Druck setzen, doch die Chancenauswertung blieb auch hier dieselbe. Mit zwei Pfostenschüssen und einigen guten Abschlüssen resultierte nichts zählbares mehr und die Sissacher brachten ihren 3:1 Vorsprung über die Zeit.

Wir haben super gekämpft, doch zusammenfassend darf man sagen, dass unser Gegner den Sieg nicht gestohlen hatte. Trotz Niederlage war es ein tolles, spannendes und vor allem faires Spiel, was zum einen an unserem Gegner lag, zum anderen aber auch an einem phänomenalen Schiedsrichter. Das muss hier mal erwähnt sein, so was habe ich noch selten erlebt in unserer Liga!

Zwei Spiele Pause waren angesagt und was macht man in der Dörlimatthalle zum Zeitvertrieb? Ja klar, man isst einen Crewdog oder eine Portion der legendären, mit Liebe zubereiteten, Pommes. Das ist nicht unbedingt Sportlernahrung, aber gut für die Seele.

Die beiden Junioren Sam und Janic mussten uns verlassen, da sie selbst noch Spiel hatten mit ihrem Team. So standen uns also acht Feldspieler zur Verfügung im zweiten Spiel, was nicht unbedingt eine optimale Zahl ist. Doch wir waren uns alle einig, dass wir mit zwei Viererblöcken spielen würden. Denn schliesslich will an der Heimrunde niemand draussen auf der Bank sitzen…

Der zweite Gegner an diesem Tag hiess UHC Trimbach und auch dieses Team hatte noch eine offene Rechnung aus der Vorrunde mit uns zu begleichen. Damals konnten wir einen 13:3 Sieg feiern, wir waren uns aber absolut bewusst, dass wir dieses Resultat nicht als Referenz nehmen dürfen, denn unser Gegner hatte an diesem Tag wohl einer seiner schlechtesten Tage eingezogen.

Und dann ging’s los, doch der Wurm schien von Anfang an drin zu stecken. Schon beim allerersten Bully kam unser Gegner zu einem Freistoss, weshalb war uns noch unklar. Nachdem sich dieses Szenario mehrmals wiederholte lüftete sich das Geheimnis. Da unser Gast das Setzrecht hatte, sollten sie zuerst den Stock an den Boden stellen und nicht wir. Im Verlauf des Spiels gab es noch viele solcher Freistösse aus unterschiedlichen Gründen – ja der Schiedsrichter (nicht derselbe wie zuvor) setzte das neue Regelwerk sehr strikt in die Realität um.

Es wurde aber auch noch Unihockey gespielt und dabei wurde sehr schnell klar, dass unser Gegner hoch motiviert war, sich von der schmerzhaften Niederlage aus der Vorrunde zu rehabilitieren. Es war ein sehr körperbetontes Spiel, doch nicht alles war im erlaubten Bereich. Schon sehr bald war auf beiden Seiten eine angespannte Stimmung und der Spielfluss litt enorm. Es ging nicht lange und die ersten Gehässigkeiten wurden ausgeteilt. Es waren die Trimbacher, welche damit anscheinend besser zurechtkamen und dann auch bald in Führung gehen konnten. Man gab dem Gegner einmal mehr zu viel Raum für Abschlüsse. Den Anschluss verloren wir aber nie und so war es uns möglich, noch vor der Pause zum 4:4 auszugleichen.

Zwischen den Halbzeiten versuchten wir, uns auf eine ruppige zweite Hälfte einzustellen, um so allenfalls mental die Oberhand zu gewinnen. Doch dass dies keine einfache Aufgabe sein würde, war und allen bewusst.

Und so startete die zweite Halbzeit dort, wo sie aufgehört hatte. Schon bald machte unser Captain Fink von seiner Funktion Gebrauch und suchte das Gespräch mit dem Schiedsrichter, welcher verlauten liess, nun eine härtere Linie durchzuziehen. Das war bestimmt nicht verkehrt, hielt aber leider nicht lange an. Nachdem auf jeder Seite eine Strafe verteilt wurde (nein, es war nicht Cedi, der auf die Bank musste) kehrte alles wieder zurück zur «Normalität». Ich kann mir schwer vorstellen, dass dieses Spiel irgendjemandem Spass gemacht hat. Weder unserem Gegner, dem Schiedsrichter, uns sowieso nicht und dem Publikum vermutlich auch nicht. Selten habe ich mich während dem Spiel so auf den Schlusspfiff gefreut.

Die Trimbacher konnten zwischenzeitlich mit 6:4 in Führung gehen, ehe wir das Momentum temporär auf unsere Seite ziehen und zum 6:6 ausgleichen konnten. Wir hätten uns aber nicht dümmer anstellen können nach diesem Treffer, denn nur kurz darauf kassierten wir den erneuten Rückstand und es war uns nun nicht mehr möglich, darauf zu reagieren. Unser Gegner konnte noch auf 8:6 erhöhen, bevor dieses Spiel endlich ein Ende hatte.

Alle gingen wir ziemlich enttäuscht in die Garderobe und mussten das Erlebte zuerst verarbeiten. Einerseits waren wir enttäuscht, dass wir vor eigenem Publikum keinen Sieg zustande brachten, was uns diese Saison noch nie passiert ist. Es überwiegte aber fast die Enttäuschung darüber, dass man 40 Minuten lang Unihockey spielte und kein bisschen Spass dabei hatte.

Es war wohl ein schwarzes Wochenende für unseren Verein, denn nebst uns verloren auch das Herren II, die Junioren D und die Junioren A sämtliche Spiele. Einzig die Junioren C konnten für positive Schlagzeilen sorgen und ihre beiden Spiele gewinnen, den Matchbericht dazu findet ihr hier. Wir bedanken uns bei unserem Heimpublikum und allen Helfern für die Unterstützung an diesem Tag und blicken vorwärts auf die kommenden Spiele, wo wir unbedingt wieder zum Siegen zurückfinden wollen.